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Das Wurzelchakra (Muladhara)

Muladhara kommt aus dem Sanskrit, einer alt-indischen Sprache, etwa vergleichbar mit dem indogermanischen Latein. Muladhara lässt sich übersetzen mit Wurzel, Urgrund oder auch Stütze. Es ist das erste Hauptchakra und hat seinen Sitz am unteren Ende der Wirbelsäule. Es schließt den Anus und das Perineum (Bereich zwischen Anus und den äußeren Geschlechtsteilen, also den Beckenboden) mit ein. Das erste Chakra wird symbolisch als vierblättriges Kleeblatt dargestellt.

Muladhara

Hier hat die Kundalini, die Schlangenkraft oder auch die Shaktienergie, ihren Wohnsitz, steigt von dort aus die Wirbelsäule nach oben und bringt alle darüber liegenden Chakras zur Entfaltung und zum Leuchten. Dem Wurzelchakra ist die Farbe rot zugeordnet, das beginnende Lodern des Feuers. Es bringt Wärme, Stabilität, Urvertrauen, stärkt unsere Willenskraft, die Zuversicht, unser Durchsetzungsvermögen, das Gleichgewicht und schenkt Mut.

Ein schwaches Wurzelchakra ist vergleichbar mit einem Baum, der sich mit der Erde nicht richtig verwurzelt hat. Kommt ein Sturm, hat so ein Geselle kaum eine Chance und stürzt. Negative Folgen eines schwach ausgeprägten Muladhara sind Misstrauen, Wut, Angst, Depressionen, mangelndes Selbstvertrauen und Kraftlosigkeit. Wollen wir unsere Lebensenergie wecken und uns mit ihr wappnen, um allen Stürmen des Lebens trotzen zu können, beginnen wir am besten unsere Arbeit mit und an genau diesem Chakra.

Symbolisch ist dem 1. Chakra der Elefant und auf körperlicher Ebene dem Geruchsinn zugeordnet. Du kannst alle roten und tieforangenen gesunden Lebensmittel zubereiten und genießerisch essen. Nehme deren Duft bewusst wahr. Rosmarin und Nelken gehören ebenfalls dazu.

Wenn du dich gern mit Edelsteinen umgibst, passen Granat, roter Jaspis, roter Achat und Rubin sehr gut.

Am meisten bekannt ist das sogenannte Bija-Mantra OM oder AUM. Das OM setzt sich zusammen aus dem ersten und letzten Buchstaben des Sanskrit Alphabets und drückt das Allumfassende aus, das, was gewesen ist, das, was ist und das, was sein wird. Dem Muladhara wird das Bija-Mantra LAM zugeordnet. LAM steht für das Element Erde. Wenn wir LAM Chanten, stärken wir unsere Wurzeln und verneigen uns tief vor der Erde, unserer Mutter.

Eine weitere Möglichkeit, unsere Wurzeln zu stärken, ist das Mula Bandha. Setze dich hierfür in eine aufrechte Sitzposition, schließe deine Augen und nimm Kontakt zu deinem Beckenboden auf, dem Bereich, auf dem du sitzt. Beim Ausatmen ziehst du den Beckenboden dergestalt zusammen, als würdest du Wasserlassen müssen. Versuche gefühlt, Scham- und Steißbein zueinander zu führen. Beim Ausatmen lasse locker. Diese kleine Übung kannst du auch im Stehen z.B. beim Einkauf an der Supermarktkasse machen. Mit Mula Bhanda beugst du u.a. einer Inkontinenz vor.

Möchtest du eine kleine Meditation zur Stärkung deiner Erdverbundenheit machen, so imaginiere einen Berg auf dem du stehst an einem frühen Morgen, an dem gerade die rote Sonne aufgeht. Aller Last und Verwicklung enthoben, in vollkommener Stille und Frieden, stehst du fest verbunden auf dem Berg. Schaue in den Himmel und atme das tiefe Rot in dich hinein, lasse es in den unteren Bauch, in dein Becken hineinfließen und dich wärmen, stärken und erwecken. Schaue in das tiefe Tal und genieße die große Distanz zu allem, was sich da unten abspielt.  Du kannst nach der Meditation alles, was sich dir in schönen roten Farben zeigt, bewusst wahrnehmen.

Eine weitere wurzelstärkende Meditation ist das Tratak. Stelle eine brennende Kerze etwa eine Armlänge weit von dir entfernt auf, begebe dich in eine aufrechte Sitzposition und schaue ohne zu blinzeln etwa 2-3 Minuten in die Flamme. Beginnen die Augen zu tränen, lasse es zu, schließe sie in dem Falle möglichst nicht. Zu Beginn kann es sein, dass sich deine Augen reflektorisch schließen. Das ist in Ordnung. Nach einigem Üben kannst du sie offen lassen. Sei liebevoll und geduldig mit dir selbst. Nach 2-3 Minuten schließe deine Augen und lasse alles zu, was sich vor deinem inneren Auge abspielt. Erwarte nichts, denke nicht darüber nach und bewerte nichts. Stelle dir vor, alle inneren Bilder seien Vögel, die von einem zum anderen Ast fliegen. Erst, wenn sich Gedanken einschleichen, öffne die Augen wieder. Du kannst diese Meditation einige Male wiederholen, wenn sie dir gut tut. Nach der Meditation schließe für einige Augenblicke die Augen und lasse die Eindrücke nachwirken. Danach gehst du ganz normal deinem Tagwerk nach.

Yogaübungen für das Wurzelchakra. Auch der Surya Namaskar, der Sonnengruß, eignet sich perfekt zum Stärken und Erwecken des 1. Chakras, dem Chakra, mit dem alles seinen Anfang nimmt. Wie ein Embryo, der bereits mit all seinen Anlagen beschenkt, ganz langsam erwacht und heranwächst in der warmen, weichen, duftenden Höhle seiner Mutter.