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2. Das Sakralchakra (Svadhisthana)

Der Terminus Svadhisthana ist dem altindischen Sanskrit entsprungen und lässt sich am ehesten mit „mein eigener, süßer Wohnsitz“ übersetzen. Das Sakralchakra lodert als zweites der sieben Hauptchakras tief orange gleich über dem Wurzelchakra (Muladhara) auf und nimmt dessen Schwingungen auf, um sie gemäß der Kundalini-Energie  weiter nach oben ins dritte Chakra zu führen, dem Manipura (Solar Plexus Chakra).

Im Sakralchakra sind Kreativität, Leidenschaft,  Lebenslust und Sexualität beheimatet. In diesem machtvollen Zentrum unseres wahren Selbst werden Visionen geboren und bestenfalls mit Liebe, Elan und Kraft zielorientiert in die Tat umgesetzt. Dieses Chakra will, dass wir unsere guten Anlagen entfalten, sie aus dem Ideenreich herab auf die Erde holen und auf die Beine stellen. Ein starkes, lebendiges Svadhisthana schenkt Leichtigkeit und lässt uns wie durch die Sprungkaft eines jungen Widders angefixt mit dem Leben flirten. Die Lotusblüte des Svadhisthana zeigt sich mit sechs Blättern.

Svadhisthana

Das sinnliche Orange schenkt Wärme, Energie, Leichtigkeit und Lebensfreude. Die Tiefenspychologie ordnet diese fröhlich schwingende Farbe dem Wunsch nach Einheit zu. Seinen Sitz hat das Sakralchakra im Bereich der Geschlechtsorgane (Unterbauch, Kreuzbein). Was ist schöpferischer als der Schoss einer werdenden Mutter. Hier ist der Ursprung werdenden Lebens angesiedelt und repräsentiert Aufbruch und Entfaltung in Liebe auf der Basis von gut ausgebildeten Wurzeln des Muladhara.

Liegt eine Schwäche in diesem Chakra vor, können sich z.B. Menstruationsbeschwerden, Schmerzen im unteren Rücken, Antriebslosigkeit, Freudlosigkeit, Essstörungen, mangelndes Selbstbewusstsein, Süchte, Selbstverliebtheit, Sturheit, übersteigerte Eifersucht, Stimmungsschwankungen, sexuelle Störungen, Sorgen, dauerhaft empfundener Mangel, Probleme mit Nieren, Hüfte und Blase und Schuldgefühle einstellen. Gute Anlagen entfalten zu können, gestaltet sich unter diesen Umständen sehr schwer bis gar nicht. Damit werden alle weiteren, darüber liegenden Chakras blockiert oder zumindest stark eingeschränkt. Es ist deshalb so immens wichtig, ein gesundes, kraftvolles Wurzelchakra zu entwickeln, um die Kundalini, die Schlangenkraft, ungehindert durch alle weiteren Chakras aufsteigen und damit einen gesunden Organismus, eine freie Seele, reife Liebesfähigkeit und eine starke Spiritualität heranwachsen zu lassen.

Das Sakralchakra wird dem Element Wasser und dem Geschmackssinn zugeordnet. Die Sakralenergie kontrolliert und reguliert alles Flüssige im Organismus wie z.B. das Blut, die Lymphe, den Speichel, Tränen, Schweiß, das Umspülen der Faszien, Magen- und Darmschleimhäute etc. Um mit dem Leben ungehindert mitfließen zu können ist es umso wichtiger, sich ausreichend Raum für Ruhe, Entspannung und Kreativität zu verschaffen. Immer wieder in sich hineinhorchen, herausfiltern, was wirklich wichtig für das eigene Leben ist, Kontakt mit dem wahren Selbst zu schaffen und zu halten, sind Grundpfeiler für ein erfülltes, liebevolles Leben. Ein solches Leben tangiert zwangsläufig unsere gesamte Umwelt und schenkt good vibrations.

Das dazugehörige Bija-Mantra ist das VAM, welches regelmäßig gechantet werden kann.  Es lässt den Bauch sanft schwingen, löst Verspannungen, schenkt Heiterkeit, innere Wärme und stärkt das Selbstbewusstsein. Unterstützend sind Lebensmittel mit viel oranger Kraft, z.B. Mango, Pfirsich, Kürbis, Aprikosen, Karotten, rote Linsen und Orangen. Ätherische Öle wie z.B. Sandelholz, Vetiver, Rose, Zeder, Myrrhe, Lavendel oder Zypresse können bei der Entfaltung und Stärkung der Sakralenergie gute Helfer sein.

Fisch, Krokodil und Elefant (Ganesha) sind Repräsentanten des Svadhisthana.

Nadi Shodana (Anuloma Viloma), die Wechselatmung, fördert die Reifung der sakralen Energie, bringt Ruhe, Gelassenheit, stärkt die Konzentration und gleicht Körper, Geist und Seele aus. Yogaübungen wie z.B. die Taube und alles, was die Hüften öffnet, stärken das zweite Chakra.

Eine kleine Meditation über die Farbe Orange schenkt augenblicklich Freude, Kraft und Energie. Mache es dir gemütlich und lasse die Farbe Orange vor deinem inneren Auge entstehen. Nimm diese warme, fröhliche Farbe ganz in dich hinein, atme sie tief in deinen unteren Bauch hinein und atme sie im ganzen Körper wieder aus. Alle Zellen schwingen in dieser besonderen Farbe. Genieße eine Weile den leichten, freudvollen Zustand. Dann richte deine Aufmerksamkeit allmählich wieder nach Außen. Alles, was dir über den Tag in orange erscheint, nehme ganz bewusst wahr.

Auch eine kleine Meditation über eine orangefarbene Blüte, z.B. eine Ringelblume, schenkt Leichtigkeit und Freude.