Das Werden begrüßen

Frühling liegt in der Luft.

Noch ganz verhalten singen die Amseln und Drosseln am Abend ihre Melodien. Wie herrlich, dass es nicht mehr ganz so früh dunkel wird. Überall lugen Knospen aus der noch schläfrigen Mutter Erde hervor und im Garten warten erste Frühlingsvorbereitungen.

Bevor ich erste Primeln für meine Pflanzpötte im Vorgarten besorgen werde, habe ich der mit großen Schritten herannahenden Kaphazeit, der Frühlingszeit, ein Zeichen gesetzt. Dem kühlen Wasser setzte ich ein kleines, wärmendes Feuerchen entgegen, umrankt von einem Forsythien- und einem Magnolienzweig. Eine zarte, weiße Orchideenblüte symbolisiert das noch jungfräuliche Werden auf Erden.

Wasserspiel für den Frühling

Wasserspiel für den Frühling

Vorfrühling

Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung
an der Wiesen aufgedecktes Grau.
Kleine Wasser ändern die Betonung.
Zärtlichkeiten, ungenau,
greifen nach der Erde aus dem Raum.
Wege gehen weit ins Land und zeigen’s.
Unvermutet siehst du seines Steigens
Ausdruck in dem leeren Baum.

Rainer Maria Rilke

Kalte Zeit – Vatazeit

Vata ist eines der 3 Doshas, der Naturprinzipien des Ayurveda, das etwa mit dem Spätherbst beginnt. Das Vataprinzip äußert sich z.B. durch Trockenheit, Rissigkeit, gesteigertes Kälteempfinden, Nervosität, Gereiztheit, Ungeduld, getrübte Stimmung durch Lichtmangel, schnell erschöpfte Energie usw..

Vata ausgleichend sind warme, leichte Suppen, überhaupt warme Gerichte und Getränke. Das Vatadosha lässt sich günstig beeinflussen durch die Geschmacksrichtungen salzig, süß und sauer. Gute, natürliche Hausmannskost mit Vata senkenden Gewürzen wie z.B. Anis, Ingwer, Kurkuma, Fenchelsamen, Nelken, Zimt, schwarzer Pfeffer, Salz, Muskat und Kardamom stärken in der kalten Jahreszeit zudem das Immunsystem und wirken beruhigend, aufhellend und besänftigend auf das Gemüt.

Kräuter wie Thymian, Basilikum, Majoran und alle eher sauren Kräuter, sollten während der Vatazeit, die bis an den Frühling heranreicht und von der Kaphazeit abgelöst wird, so viel wie möglich eingesetzt werden. Kräuter und Gewürze wirken im Körper stoffwechselanregend, eliminieren mit ihren ätherischen Ölen Bakterien, eventuellen Wurmbefall und Viren und versorgen den Organismus mit Vitaminen, Spurenelementen und Chlorophyll.

Gemüse wie z.B. grüne Blattgemüse, Rote Bete, Süßkartoffeln, Kartoffeln, Möhren, Schwarzwurzeln, Kürbis, Pastinaken, Sellerie, Stangensellerie, Zucchini, Salate usw. gehören in gedünsteter und gekochter Form auf den Tisch während der kalten Jahreszeit. Der Rohkostanteil sollte während der Vatazeit klein gehalten werden. Rohkost strengt den sensiblen Verdauungstrakt zu sehr an. Vata ist vorwiegend der Bauchregion zugeordnet. Die Rohkostverdauung nötigt dem Stoffwechsel viel Energie ab. Mit leicht gedünsteten und gekochten Zutaten wird der gesamte Stoffwechsel nachhaltig entlastet.

Dhals aus gelben und roten Linsen und Reis wirken ebenfalls stärkend. Mit Erbsen vorsichtig sein, wenn dann besser frische. Alles, was Luftansammlung im Bauch begünstigt, eher meiden. Linsengerichte lassen sich durch Zugabe bestimmter Gewürze viel besser verdauen.

Getreide wie Hafer, Buchweizen, Amaranth und Quinoa sind wunderbar nährend.

Süße, reife Früchte wie Mango, Bananen, Weintauben, Orangen, Mandarinen, Pflaumen, Äpfel, Kaki, Nektarinen und Ananas versorgen den Körper ebenfalls mit Vitaminen und vielen Spurenelementen.

Wichtig sind hochwertige Speiseöle und Ghee, das ayurvedische Butterreinfett, Sesamsamen, Leinsamen und natürlich auch Nüsse wie Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse, Cashew- und Kürbiskerne und die Sonnenblumenkerne nicht zu vergessen.  Auch Kokosflocken können genommen werden. Zwar wirkt Kokos kühlend und wird eher dem Pitta, dem Feuerprinzip, zugeordnet, andererseits enthält Kokos eine gewisse Süße, nährende Öle und sehr viele Mineralien. Kokos kann durchaus auch in der Vatazeit genutzt werden.

Ausreichend Schlaf, Bewegung an der frischen Luft, eine Balance von Aktivität und Ruhephasen, leichter Sport, Yoga und Meditation sind vorteilhaft, um Vata auszugleichen. Außerdem hält das den Körper fit und jung.

Naturkleidung, eine natürliche Körperpflege und Tagesroutine sind für ein erhöhtes Vata unverzichtbar.

Rezeptinspirationen gibt es auf meiner Internetseite. Dazu auf das Bild klicken.

Viel frisches, gekochtes Gemüse in der Vatazeit

Viel frisches, gekochtes Gemüse in der Vatazeit

Sonntags im Wald

… bei schönstem Frühjahrssonnenschein.

Ich liebe es, wenn feine Äste unter meinen Füßen knistern und knacken, es nach würzigem Boden und Grün duftet. Immer ist meine Kamera dabei, weil ich mir gern Impressionen mit nach Hause nehme. Ab und zu fotografiert mich mein Mann beim „Spielen“: ein yogischer Baum auf einem Stein, eine Sonnengrußabwandlung auf einem Baumstumpf und eine kleine Meditation auf einer Baumwurzel bei herrlichem Spaziergehwetter. 🙂

Mir fällt spontan ein Vers von Khalil Gibran zu dem ein, was ich beim Anblick der vielen Baumgesellen in unserem Wald empfinde:

„Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt“.

Mit ihren sanften Windungen führt die Bredenbek frisches Wasser durch unseren Wald, an der sich manches Pferd laben kann, das mit seinem Reiter oder seiner Reiterin unterwegs ist.

Rottendes Blattwerk scheint wie seidenweicher Rost die Böden zu polstern, schlangengleich winden sich bemooste Äste durch das Unterholz, zerfallende, moosbekleidete Baumfragmente muten an wie Ur-Getiere, kleine Höhlen in den Bäumen und Ästen bieten Wohnraum für Kleingetier und allerhand Insekten, Spechte sorgen mit ihrem alldurchdringenden Klopfen für den waldtypischen Klang  und das Sonnenlicht lässt alle Facetten des Waldes glitzern und funkeln. Dankbarkeit, Frieden und Freude tanken an einem Sonntagnachmittag – herrlich!

Bredenbek in unserem Wald